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  • Miteinander sprechen, voneinander lernen

    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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  • GC 002 2017 Titel

Editorial 06/2015

Die Welt braucht Ordensleute – und jeden Einzelnen von uns!

Liebe Leserin, lieber Leser,

Papst Franziskus hat das Jahr 2015 ganz bewusst zum „Jahr des geweihten Lebens“ erklärt. Unsere heimischen Ordensgemeinschaften trifft dieses besondere Jahr in einer Zeit des Umbruchs. Es geht um Generationenwechsel, in manchen Fällen sogar um Existenzsicherung. Die starken Jahrgänge der Vergangenheit haben das Rentenalter erreicht, es ist an der Zeit, die Zukunft der Orden in jüngere Hände zu legen. Vielerorts klappt das recht gut, den kleiner werdenden Gemeinschaften gelingt es, Akzente in Kirche und Gesellschaft zu setzen. Im Interview spricht der Vorsitzende der Deutschen Ordensoberenkonferenz (DOK), Abt Hermann Josef Kugler über die Zukunft der Orden und ihre neuen Aufgaben in der Welt von heute. Das klassische Ordensleben, so wie man es sich zumeist vorstellt, hält er durchaus für zeitgemäß. Und die ausgebuchten Angebote an „Schreibwerkstätten im Kloster“ oder „Kloster auf Zeit“ mögen das bestätigen. Klosterleben übt nach wie vor eine Faszination aus, die in einer immer säkularer werdenden Welt nicht zu schwinden, sondern eher noch zu wachsen scheint. Man schätzt Klöster als Orte der Ruhe, fernab der Hektik des Alltags. Unser Autor Peter Hummel hat das einmal selbst ausprobiert und sich für ein paar Tage ins niederbayerische Kloster Rohr zurückgezogen.

Trotzdem geht die Zahl der Berufungen kontinuierlich zurück. Im vergangenen Jahr gab es nur etwa 130 Novizinnen und Novizen. Die Statistiken sprechen eine klare Sprache. Momentan gibt es deutschlandweit noch etwa 21.800 Ordensfrauen und -männer, davon 4300 Männer und 17.500 Frauen – bei den Frauen sind 84 Prozent älter als 65 Jahre. Ordensmänner sind im Schnitt jünger.

Dass Ordensleute in unserer Gesellschaft nach wie vor gebraucht werden und wichtige Aufgaben übernehmen, zeigen beispielsweise die Beiträge von Annette Bieber und Gabriele Pinkl. Ohne Ordensfrauen und -männer wäre vieles nicht wie es ist – und wenn sie gehen, hinterlassen sie empfindliche Leerstellen an den Orten ihres Wirkens. Am Beispiel der Armen Schulschwestern wird das im Artikel von Pat Christ deutlich.

1965, vor schon wieder 50 Jahren, endete das Zweite Vatikanische Konzil und so beenden auch wir unsere Spezialserie dazu, mit einem bemerkenswerten Plädoyer für das Laienapostolat und das Ehrenamt. Wir alle sind beauftragt, zur aktiven Teilnahme als Christinnen und Christen in der Kirche und in der Welt – so steht es auf Postkarten, die der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Passau anlässlich 50 Jahre Konzil aufgelegt hat. Nehmen wir doch diesen Auftrag an, mischen wir uns ein, überlassen wir wichtige Entscheidungen nicht immer nur anderen, sondern diskutieren wir mit, wenn es um unsere Zukunft in Kirche und Gesellschaft geht.

Ihre
Alexandra Maier
Redaktionsleiterin