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  • Miteinander sprechen, voneinander lernen

    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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  • GC 002 2017 Titel

Editorial 05/2016

Angekommen daheim?

Liebe Leserin, lieber Leser,

Heimat, ein Begriff, der gerade in aller Munde scheint. Überall in Bayern begegnen einem weißblaue Lebkuchenherzen mit der Aufschrift „I mog Bayern“ – nicht nur zur Oktoberfestzeit. Bayernfahnen sind ein Verkaufsschlager in der Münchner Innenstadt und auch der Bayerische Rundfunk trägt unerlässlich an uns heran: „Do bin i dahoam“.

Der Begriff, von den Nationalsozialisten im Dritten Reich missbraucht, wurde diesen Beigeschmack lange nicht los. In den vergangenen Jahren ist er wieder salonfähig geworden. In dieser Ausgabe von Gemeinde creativ werfen wir einen intensiven Blick auf diese Renaissance. Wir fragen, was Heimat in einer globalisierten Welt überhaupt bedeuten kann und welchen Wert für eine moderne Gesellschaft die Heimatpflege hat. Die Alpenrepublik Österreich gilt mit ihren malerischen Bergseen, den Alpen und Bräuchen vielen als Inbegriff von Heimat. Im Interview mit der Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich, dem obersten katholischen Laiengremium unserer Nachbarn, haben wir auch darüber gesprochen, wie das zu den Abschottungstendenzen der vergangenen Monate passt. Denn, einen Aspekt darf man in der Diskussion um Heimat nicht mehr außen vor lassen: Die Flüchtlingsfrage. Tausende Menschen haben ihr Heimatland verlassen, um hier in Europa eine neue Bleibe, eine bessere Zukunft und eine neue Heimat zu finden. Einer, der weiß wovon er spricht, wenn es um Flüchtlinge geht, ist Michael Gmelch. Er hat auf einem Rettungsschiff im Mittelmeer Flüchtlinge versorgt. In Gemeinde creativ berichtet er von seinen Erlebnissen und hält praktische Hilfen bereit, wie Pfarrgemeinden sich weiter engagieren und qualifizieren können.

Kirche als Heimat? Angesichts sinkender Priesterzahlen und immer größer werdender pastoraler Einheiten haben Menschen in unseren Pfarrgemeinden ein Identitätsproblem. Ist MEINE Pfarrgemeinde nur dort, wo der Pfarrer ist? Und ist wirklich die Sonntagsmesse der Kristallisationspunkt? Herbert Haslinger hat ein – wie ich finde – schönes Bild geprägt: Die Pfarrgemeinde muss sein wie eine Berghütte. Eine Anlaufstation, ein Ort, an den man auch gerne zurückkehrt.

Und auch, wenn Flüchtlinge, Amokläufe und Attentate es waren, die die öffentliche Debatte den Sommer über beherrscht haben, wir im Landeskomitee haben uns auch mit anderen Themen befasst. Bei einem gut besuchten Studientag in Nürnberg haben wir uns mit Barrierefreiheit auseinandergesetzt und uns die Frage gestellt: Wo stehen wir da als Kirche? Die Antwort lesen Sie auf Seite 33.

Ihre Alexandra Hofstätter
Redaktionsleiterin