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    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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Kommentar 02/2014

Kolping: Ein generationenübergreifender Verband

Von Christoph Huber
Landespräses von Kolping und Kolpingjugend

Vorbereitungstreffen zum Jugendfestival: Wir sitzen zusammen und überlegen das Motto, es kommen Vorschläge, favorisiert wird: „Maßlos, wir treibens bunt“. Die Jugendlichen schauen zum Präses, dem Ältesten in der Runde: Wie wird er reagieren? Diese Situation ist mir spontan eingefallen, als mir die Frage gestellt wurde: Wie geht es in einem generationenübergreifenden Verband zu?

Wenn man zurückschaut in die Vergangenheit, so ist Kolping von Haus aus ein Jugendverband. Der Gesellenverein wurde gegründet, um Jugendlichen eine Heimat im umfassenden Sinn zu geben. In der Entwicklung wurden diese Gesellen älter und haben sich zu Kolpingsfamilien zusammengeschlossen, um ihre Zusammengehörigkeit weiter zu pflegen und später sind auch entsprechende Gruppen in den Pfarreien dazugekommen, die auf der Familienbasis ihr Miteinander gestalten. Dort gibt es manchmal eine eigene Kolpingjugend, die sich wie jeder andere Jugendverband auch organisiert, manchmal gehören aber auch Jugendliche einfach zur Kolpingsfamilie dazu. Und wo Jugendliche und Erwachsene aufeinandertreffen gibt es neben dem Miteinander immer auch Spannungen. Und die wurden und werden hoffentlich wie in einer Familie auch, fruchtbar für alle Seiten, ausgetragen undd gelöst.

Da war sicher in der Vergangenheit auch manch scharfes Wort zu hören von beiden Seiten, aber diese Auseinandersetzung trägt Frucht: die einen (Erwachsenen) bleiben jung und beweglich, die anderen (Jugendlichen) geerdet und realistisch. Es muss immer nur einer da sein, der dafür sorgt, dass miteinander geredet wird, und dass jeder dem anderen grundsätzlich Gutes unterstellt. Und das sehe ich als Aufgabe des Präses in unserem Verband, der durch sein Engagement in beiden Bereichen diese Verbindung gut gewährleisten kann.

Wie ging es also weiter mit dem Jugendfestival: Das Motto wurde etwas abgeändert, weil die Wortwahl für die Erwachsenen schwierig war, das Festival wurde mit einem Jugendgottesdienst abgeschlossen, zu dem auch die Erwachsenen gerne kamen. Dabei erinnerten die sich an ihre Tradition, eine jährliche Diözesanwallfahrt zu machen, die aus verschiedenen Gründen die letzten Jahre nicht mehr durchgeführt wurde und greifen diese seitdem jährlich wieder auf. Es war also alles dabei, was ich mir wünsche: Provokation, Auseinandersetzung, Ei­n­i­­gung, gegenseitige Hilfe und Bereicherung, Neues und erneuerte Tradition.

Wie geht es in einem generationenübergreifenden Verband heute zu? Für Kolping kann ich sagen: Es wird Austausch und Vernetzung gepflegt, gegenseitige Bereicherung und Unterstützung erfahren, Angefragt sein und Auseinandersetzung findet statt, Nutzung von personellen, organisatorischen und finanziellen Synergien bringt für alle Vorteile, eine ganzheitliche Sicht vom Menschen und vom Leben hält uns in Bewegung.