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  • Miteinander sprechen, voneinander lernen

    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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  • GC 002 2017 Titel

Praxistipp 01/2017

Brückenbauer der Ökumene
In Maisach sind die katholische und evngelische Kirchengemeinde auch sichtbar verbunden: Über eine Brücke zwischen den Grundstücken

Von Rainer Ullmann
Diakon im Pfarrverband Maisach

450 Jahre haben sie alles getan, um sich voneinander abzugrenzen. Sie haben sich gegenseitig verurteilt, gehasst, ja sogar Kriege gegeneinander geführt. Sehr christlich verhielten sie sich also lange Zeit nicht, unsere Kirchen.

Seit 50 Jahren ist nun alles ganz anders. Gott sei Dank! Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil suchen die christlichen Kirchen wieder mehr ihre Gemeinsamkeiten, feiern (manchmal) gemeinsame Gottesdienste, arbeiten nicht mehr gegeneinander, sondern (aber noch immer viel zu selten) miteinander. Theologen haben längst Wege gefunden, die uns zusammenführen könnten. Aber irgendwie scheint die Ökumene ins Stocken geraten zu sein. Begeisterung und Engagement schwinden. Alte Vorurteile aber leben fort. Und christliche Gemeinden leben nebeneinander her.

Diese Entwicklungen haben uns in Maisach bei München nicht gefallen. Irgendwie sollte doch spürbar und sichtbar werden, dass die beiden christlichen Gemeinden gleichermaßen zur einen Kirche Jesu Christi gehören, geeint durch einen Herrn, einen Glauben, eine Taufe (Eph 4,5). Und so hat der Ökumenekreis der evangelischen Emmausgemeinde und der katholischen Pfarrgemeinde St. Vitus beschlossen, Ökumene nicht nur theoretisch zu denken, sondern auch praktisch zu leben.

Da beide Kirchengrundstücke aneinander grenzen und nur durch einen Zaun mit einer verschlossenen Gartentür voneinander getrennt waren, wollten beide Gemeinden 2005 diese Trennung aufheben. Dies geschah in einem Türöffnungsfest mit einem gemeinsamen Gottesdienst, Essen im evangelischen und Tanz im katholischen Pfarrgarten. Ein weiteres Symbol unserer Ökumene war das Menschenkreuz 2009. Als Auftakt zum Ökumenischen Kirchentag bildeten Christen beider Gemeinden ein Kreuz aus Menschen über beide Pfarrgärten hinweg.

Das jüngste Symbol der Maisacher Ökumene ist die Brücke zwischen den beiden Kirchengrundstücken, die über einen zuvor angelegten Teich führt. 2015 wurde sie von unseren Firmlingen und Konfirmanden errichtet. Sie zeigt, dass sich St. Vitus und Emmaus in Maisach als christliche Nachbargemeinden fühlen. Sie soll uns ermahnen, immer mehr und noch intensiver zusammenzuarbeiten. Und sie soll uns auch ein Zeichen der Hoffnung sein, auf dem Weg zu einer Kirche der Einheit in Vielfalt. Wir arbeiten weiter daran.