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Praxistipp 01/2016

Ein Koffer geht auf Reisen

Mit ihrer Kampagne „Land.Leben.Glauben“ hat die KLB im vergangenen Jahr viele Menschen erreicht – nicht nur auf dem Land

Von Elisabeth Konrad
Stellvertretende Bundesvorsitzende der KLB

Am Anfang stand der große Wunsch der Mitglieder der Katholischen Landvolkbewegung (KLB): Es sollte eine Kampagne zu landpastoralen Themen geben. Viele Menschen auf dem Land sind beunruhigt, weil immer mehr Pfarrgemeinden zu einer großen Pfarrei zusammengelegt werden, um sich dadurch der schwindenden Anzahl von Priestern anzupassen. In vielen Dörfern werden deshalb Kirchen geschlossen, Gottesdienste finden nun nicht mehr jeden Sonntag statt und die Dorfbewohner sind unter Umständen gezwungen, mehrere Kilometer zurückzulegen, um eine Messe zu besuchen. Die Angst, mit der geschlossenen Kirche stirbt auch die Gemeinschaft vor Ort, wächst stark und ist in einigen Gemeinden bereits in Resignation umgeschlagen. So war das Ziel der KLB-Kampagne „Land.Leben.Glauben“ den Menschen wieder Mut zu machen. Mut, sich den Fragen und Bedürfnissen der Menschen auf dem Land zu stellen, über den Glauben ins Gespräch zu kommen und sich aktiv für das Gemeindeleben im Dorf und darüber hinaus einzusetzen.

Dabei wurde schnell deutlich, dass es eine ganze Reihe von gut funktionierenden Konzepten für die City- Pastoral gibt. Allerdings nur wenige Ansätze, die auf dem Land – mit seinen ganz eigenen Problemen, aber auch Chancen – sinnvoll eingesetzt werden können. Dorfbewohner kennen sich untereinander gut. Wie schafft man es aber, dass gerade diese Menschen sich trauen, über ihren Glauben, ihre Wünsche und ihre spirituellen Bedürfnisse zu sprechen? Mit den folgenden Bausteinen, die im Kampagnenjahr entwickelt wurden, ist dies gelungen; vor allem innerhalb der KLB selbst, aber auch in den Pfarrgemeinden und darüber hinaus:

Glaube geht: Ein Koffer reist durch die Gemeinden, gepackt mit einem Laib Brot zum Teilen, einem Buch, um persönliche Glaubenserfahrungen aufzuschreiben und einer Anleitung für einen Gottesdienst. Mit großem Erfolg wurde dazu eingeladen, so Glauben zu erleben und Glaubenserfahrungen auszutauschen.

Glaube spielt: Mit einem Spiel ungezwungen und ohne große Hürden über den Glauben ins Gespräch kommen, das hat die KLB mit ihrem selbst entwickelten Spiel ACCREDO geschafft. Es wird mittlerweile in Firm- und Jugendgruppen sowie auch bei Sitzungen von Pfarrgemeinderäten gerne gespielt.

Mut machen wollte auch die Postkartenaktion der KLB:
„Glaube schenkt – Glaube verbindet“

Im Kampagnenjahr bekamen die Mitglieder der Landvolkbewegung viermal Post in Form einer Sonnenblumenkarte mit passendem Spruch. So wurde durch eine einfache Idee das Gefühl gestärkt: Wir sind mit unseren Nöten nicht allein und werden wahrgenommen.

Außerdem hat die Landvolkbewegung ein Papier mit zehn gewichtigen Leitsätzen für eine zukunftsweisende Landpastoral entwickelt, so zum Beispiel:
Land stärken, Leben fördern, Glauben säen:

► Das Potenzial der Menschen auf dem Land sehen und wertschätzen

► Die Leitungsaufgaben neu beschreiben

► Das Zusammenwirken von Kirche und Kommune stärken

► Das Wohl des ganzen Dorfes im Blick haben