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  • Miteinander sprechen, voneinander lernen

    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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Aktuelle Ausgabe

  • GC 002 2017 Titel

Editorial 06/2014

"Friede sei mit Euch!"

Liebe Leserin, lieber Leser,

als wir uns vor Monaten schon in der Redaktionskonferenz für das Schwerpunktthema dieser Ausgabe entschieden haben, ahnte niemand, wie aktuell, ja fast tagesaktuell wir mit dieser Ausgabe sein sollten. Friede auf Erden! Wie dringend und drängend brauchen wir als Christen das bevorstehende Weihnachtsfest und diesen Festgedanken: Friede sei mit euch! Es gab allerdings Zeiten, als diese biblische Zusage Christen weitaus mehr als heute zum Handeln gebracht hat, wie etwa das Jubiläum von „Ökopax“ in Würzburg zeigt. Auch das war ein Anlass für die Themenwahl: Wo ist die Tradition der Lichterketten geblieben? Oder der spontanen Gottesdienste für Frieden und Freiheit in der Welt, wenn irgendwo in der Welt eine neue Krise sichtbar wird, Menschen leiden unter Krieg und Verfolgung? Meinen wir heute, 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer (den der ehemalige Militärgeneralvikar im Kommentar aufgreift) und damit endgültigen Riss im Eisernen Vorhang, sei das alles erledigt?

Dabei zeigt die aktuelle Debatte um die Wege zum Frieden, die Debatte über Waffenlieferungen und Wege der Solidarität mit Flüchtlingen, um nur zwei Aspekte zu nennen, wie Orientierung Not tut. Für Professor Heiner Bielefeldt liegen Gerechtigkeit und Friede eng beieinander, er empfiehlt den Dialog der Religionen, im Kleinen wie im Großen. Für die Gemeinschaft Sant’Egidio ist der Einsatz für Friede und Gerechtigkeit eine Frucht des Gebetes. Ihr Einsatz für den Frieden in der Welt, oft im Stillen, zeigt, dass es Hoffnung gibt. Dass Friede aber im Kleinen beginnt, weiß man aus dem Alltag, kennt man aus der eigenen Umgebung, der Nachbarschaft, der Pfarrei, dem Arbeitsplatz. Weil dort eben auch Unfriede erfahren wird, Konflikte oft unausweichlich sind, wo Menschen aufeinander treffen. Die Frage ist dann, wie damit umgegangen wird. Der Beitrag von Gabriele Pinkl ist überschrieben mit „Sehnsucht nach Friede“ und lenkt den Blick vor die eigene Haustür.

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg: Ein weiterer Anlass für das Thema Friede, gerade auch für die Kirchen, die sich damals von der Kriegsbegeisterung anstecken ließen. Daran erinnert Dr. Albert Schmid im Kurzinterview. Die Erfahrungen der beiden großen Kriege im 20. Jahrhundert hat schließlich auch zur Gründung der Vereinten Nationen geführt. Vor deren Gebäude in New York steht die Skulptur mit dem verknoteten Revolver. Eine Utopie, wie es scheint: Von „Nie wieder Krieg!“ ist die Menschheit weiter entfernt als je zuvor.

Ich würde mich freuen, wenn diese Ausgabe trotzdem ein bisschen Hoffnung macht und vielleicht zum Handeln führt – und wenn es das Gebet für den Frieden ist.

Ihr

 

Thomas Jablowsky
Redaktionsleiter