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  • Miteinander sprechen, voneinander lernen

    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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  • GC 002 2017 Titel

Editorial 05/2015

Alles digital oder was?

Liebe Leserin, lieber Leser,

was heutzutage mithilfe der neuen Medien alles möglich ist, ist schon verblüffend. Früher kam beispielsweise beim Kinderbibeltag bestenfalls ein Tageslichtprojektor zum Einsatz. Jemand aus der Gruppe hatte die Aufgabe, die Folien zu wechseln. Nicht selten stand man dabei im Bild oder es kam etwas durcheinander. Für Ministranten waren Block und Stift die einzigen Medien, wenn es darum ging, sich Abläufe einzuprägen. Aufschreiben oder Aufmalen, etwas anderes gab es nicht. Heute sind Pfarrheime mit neuester Technik vom Laptop bis zum Beamer ausgestattet, digitale Bilder haben längst die abgegriffenen Schwarz-Weiß-Folien ersetzt und interaktive Apps für’s Smartphone lotsen Ministranten im Altarraum. Alles einfacher? Vielleicht. Alles besser? Sicher nicht.

Denn da ist auch noch die Kehrseite der Medaille: Bei aller Euphorie, wie ist es denn um die Glaubwürdigkeit bestellt? Welchem Film, welchem Bild können wir noch trauen, heute, in einer Zeit, in der man mit ein paar Mausklicks ganze Personen im Bild verschwinden lassen oder einfügen kann. Wie können wir entscheiden, welche Bilder wirklich authentisch und welche nachgestellt sind? Wie finden wir in all den Informationen, die uns von unterschiedlichen Kanälen zugespielt werden, die richtige heraus, diejenige, die nicht tendenziös, sondern seriös ist?

In diesem Spannungsfeld zwischen der Begeisterung für das Neue und der Vorsicht, die an mancher Stelle geboten scheint, bewegen sich auch die Beiträge in diesem Heft. Wir wollen die positiven Möglichkeiten aufzeigen, welche uns die neuen Medien bieten: Glaubensvermittlung spielt sich längst auch im virtuellen Raum ab, wie Edyta Opyd und Susanne Riedlbauer in ihren Beiträgen darstellen. Aber man muss in der digitalen Welt mehr denn je seine eigenen Rechte und Grenzen kennen. Ein unbedarft verwendetet Foto beispielsweise kann horrende Kosten verursachen. Wie das nicht passiert und was Pfarrgemeinden beim Datenschutz generell beachten sollten, lesen Sie in den Artikeln von Michael Metzner und Jupp Joachimski.

Viele Pfarrgemeinden haben erkannt, dass es ohne die neuen Medien nicht mehr geht, gerade wenn man die Jugend erreichen will. Doch es gibt Vorbehalte gegenüber Facebook und Co und einige Sorgen sind nicht von der Hand zu weisen. Wer behält denn schon noch den Überblick, was mit den eigenen Daten passiert? Im Internet wird man immer mehr zu einem gläsernen Menschen. Und doch ist es wichtig, diesen Techniken eine Chance zu geben. Kerstin Heinemann und Maike Bruns machen das in ihren Beiträgen ganz deutlich. Aber es ist auch wichtig, den jungen Leuten eine Chance zu geben, die die Facebook- Accounts vielerorts betreuen und ihnen Vertrauen zu schenken. Nur so kann Kirche ganz im digitalen Zeitalter ankommen.

Ihre Alexandra Maier
Redaktionsleiterin