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  • GC 002 2017 Titel

Praxistipp 05/2014

Kompakt, verbindend, chancenreich

Pfarrbriefe in Deutschland: Eine bundesweite Umfrage lieferte Anfang 2014 Daten zu Verbreitung, Erscheinungsform und Inhalt. Das Ergebnis: Der typische Pfarrbrief taugt zum Mitgliedermagazin der katholischen Kirche. Unterstützung erfahren die meist ehrenamtlichen Redakteure durch Pfarrbriefservice.de.

Von Elfriede Klauer
Online-Redakteurin bei Pfarrbriefservice.de

Wer das Wort „Pfarrbrief“ hört, dem kommen vermutlich ganz unterschiedliche Produkte in den Sinn. Der Pfarrbrief in der eigenen Pfarrei ähnelt vielleicht mehr einer Gottesdienstordnung. Er liegt in der Kirche auf und informiert vierzehntägig über Gottesdienstzeiten und weitere Termine, ist schwarz-weiß gedruckt und umfasst vier Seiten. In der Nachbarpfarrei präsentiert sich der Pfarrbrief dagegen möglicherweise als 32-seitiges Pfarrmagazin, das optisch und inhaltlich die Blicke auf sich zieht, vierteljährlich an die Haushalte verteilt wird und seine Leser nicht nur bei den Kirchenbesuchern findet.

Die Pfarrbrieflandschaft in Deutschland ist vielfältig. Dennoch: Gibt es so etwas wie den typischen Pfarrbrief? Wie sieht er aus? Wer macht ihn? Wie kommt er zu den Lesern? Wie wird die kostenfreie Unterstützung durch das Internetportal Pfarrbriefservice.de angenommen?

Diese Fragen bewogen die Verantwortlichen von Pfarrbriefservice.de (einer Initiative deutscher Bistümer), Anfang 2014 über 5000 Pfarrämter in 20 (Erz-)Bistümern zu ihrer Pfarrbriefarbeit zu befragen. Die Umfrage wurde gemeinsam mit der MDG Medien-Dienstleistung GmbH im Auftrag des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) durchgeführt. Seitdem liegen erstmals belastbare Zahlen, Daten und Fakten zur Pfarrbriefarbeit in Deutschland vor.

REICHWEITENSTÄRKSTES PRINTMEDIUM DER KATHOLISCHEN KIRCHE

Die Ergebnisse zeigen eindrücklich: Der Pfarrbrief in Deutschland ist das reichweitenstärkste Printmedium der katholischen Kirche. Laut Thomas Rinklake vom auswertenden Sozialforschungsunternehmen xit (Nürnberg) errechnet sich die Gesamtauflage auf 6,6 Millionen bis 7,5 Millionen pro Ausgabe. Kein anderes katholisches Printmedium erreicht diese Auflagenhöhe. Fast 90 Prozent der Pfarrgemeinden erstellen mehrmals im Jahr eine Ausgabe.

WIE SIEHT ER NUN AUS?

Der typische Pfarrbrief

  • umfasst in der Regel 24 Seiten
  • hat farbige Titelseiten (61%) 
  • hat das Format DIN A5 Hoch (79 %)
  • wird im Offset gedruckt (63%)
  • wird kostenfrei an alle katholischen Haushalte (49 %) oder sogar an alle Haushalte (22%) verteilt
  • greift inhaltlich immer oder gelegentlich ein Schwerpunktthema auf (85%)
  • erscheint in den Pfarreien, die zu einem Verbund gehören, als gemeinsamer Pfarrbrief (72%)
  • und wird von einem festen Redaktionsteam erstellt (68%), dem in der Regel vier Ehrenamtliche und ein Hauptamtlicher aus dem Seelsorgeteam angehören.

BASISMEDIUM MIT GROSSEM POTENTIAL

Die Umfrageergebnisse lassen das Potential dieses Basismediums erahnen:

  • Durch die kostenfreie Verteilung nicht nur an die Gottesdienstbesucher, sondern an alle katholischen Haushalte hält der Pfarrbrief die Verbindung zu den Menschen, die nicht zum aktiven Kern gehören, aber dennoch das kirchliche Leben durch ihre Mitgliedschaft auch finanziell unterstützen. In diesem Sinn ist der Pfarrbrief „die Urform des Mitgliedermagazins“, wie der Medienwissenschaftler Christian Klenk in seinem Beitrag „Mitgliedermagazine mit Millionenauflage“ für die Zeitschrift communicatio socialis (47. Jg. 2014, Nr. 2) formuliert. Pfarrbriefe gehören seiner Einschätzung nach zu den erfolgreichen „Push-Medien“ der Kirche, die die Menschen dort erreichen, wo sie sind.
  • Die Pfarrbriefredaktionen bemühen sich, durch eine gezielte Themenauswahl und Schwerpunktsetzung interessanten Lesestoff für möglichst viele Leserinnen und Leser anzubieten. Und das kommt an: Laut dem MDG-Trendmonitor Religiöse Kommunikation 2010 nutzen 31 Prozent der repräsentativ befragten Katholiken die gedruckten Mitteilungen ihrer Kirchengemeinde oder Seelsorgeeinheit häufig, weitere 33 Prozent zumindest ab und zu. Der Pfarrbrief ist damit das kirchliche Medium, das die Katholiken am besten erreicht.
  • Zielgruppe des typischen Pfarrbriefs sind nicht die Mitglieder einer einzelnen Pfarrei, sondern mehrerer Pfarreien, die in einem Verbund zusammenarbeiten. Er informiert, was in den einzelnen Gruppen und Gremien geschieht, fördert so den Austausch untereinander und unterstützt dabei das Zusammengehörigkeitsgefühl in diesem Verbund.
  • Die Pfarrbriefarbeit ist eine Plattform für hohes ehrenamtliches Engagement. Durchschnittlich vier von fünf Mitgliedern der festen Redaktionsteams sind Männer und Frauen aus den Pfarreien, die sich mit ihren verschiedenen Talenten einbringen und das Pfarreileben in Wort und Bild begleiten. Insbesondere für junge Menschen bietet die inhaltliche und optische Gestaltung des Pfarrbriefes oder der Pfarrei-Homepage interessante Tätigkeitsfelder.

KOSTENFREIE UNTERSTÜTZUNG DURCH PFARRBRIEFSERVICE.DE

Das Internetportal Pfarrbriefservice. de will mit seinem kostenfreien Angebot den überwiegend ehrenamtlich Engagierten die Arbeit erleichtern. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass 75 Prozent der Redaktionen Pfarrbriefservice.de kennen und auch nutzen. Über 70 Prozent der Teilnehmenden bestätigen, dass Pfarrbriefservice.de ihnen die tägliche Arbeit erleichtert. Nachgefragt werden vor allem die Bilder und Texte sowie die Bausteine der Monatsthemen und der Kinderseiten, die ohne Anmeldung oder Registrierung kostenlos für die Pfarrbrief- und Öffentlichkeitsarbeit von Pfarrgemeinden und kirchlichen Einrichtungen heruntergeladen werden können.

Darüber hinaus finden Nutzer unter www.pfarrbriefservice.de Tipps für die Pfarrbrief- und die Öffentlichkeitsarbeit allgemein (Plakate, Schaukasten, Pressearbeit etc.), Praxis-Videos, rechtliche Informationen, nachahmenswerte Beispiele, Grundlagentexte und vieles andere mehr. Seit Anfang 2013 gibt es die Möglichkeit des kostenfreien Pfarrbrief-Checks: Interessierte Pfarrbriefredaktionen erhalten bezüglich Inhalt und Erscheinungsform einen wohlwollend-kritischen Prüfbericht. Außerdem ermöglicht das Internetportal in Zusammenarbeit mit Pfarreienverbünden, Diözesen oder Tagungshäusern Beratungs- und Weiterbildungsangebote für Pfarrbriefredaktionen vor Ort.

FAZIT

Was viele Pfarrbriefredaktionen und hoffentlich auch viele (Finanz-)Verantwortliche in den Pfarreien ahnen, belegen wissenschaftliche Untersuchungen in jüngerer Zeit mit Zahlen: Der Pfarrbrief ist für die Pfarreien und die katholische Kirche in Deutschland ein großes Pfund. Er bietet die Chance, die Verbindung zu allen Kirchenmitgliedern zu halten und für den Glauben an Jesus Christus einladend zu werben. Die Pfarrbriefredaktionen sind auf einem guten Weg, wie die deutschlandweite Befragung von Pfarrbriefservice.de gezeigt hat. Die Mehrzahl der Pfarrbriefe wird kostenfrei verteilt. Die Notwendigkeit, sich optisch und inhaltlich auf vielfältige Leserinteressen einzustellen, wird gesehen und vielfach auch umgesetzt. Die überwiegend ehrenamtlich Engagierten verdienen alle Unterstützung vor Ort. Das Internetportal Pfarrbriefservice.de leistet hierfür einen wichtigen Beitrag.

INITIATIVE DEUTSCHER BISTÜMER

Pfarrbriefservice.de ist eine Internetplattform für Pfarrbriefredaktionen im deutschsprachigen Raum. Sie bietet Materialien und Anregungen für den Pfarrbrief wie für die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit kostenfrei zum Herunterladen an. Die Initiative deutscher Bistümer und des Erzbistums Luxemburg wird unterstützt vom Bereich Kirche und Gesellschaft im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Weitere Informationen unter www.pfarrbriefservice.de.