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  • GC 002 2017 Titel

Praxistipp 04/2016

Handeln, bevor das Geld knapp wird

Von Stephan Graber
Fachbereichsleiter für den Bereich „Beratung Kirchenstiftungen“ im Bistum Eichstätt

Der Kirchenverwaltung obliegt die gewissenhafte und sparsame Verwaltung des Kirchenstiftungsvermögens. Sie muss dafür Sorge tragen, dass das ihr anvertraute Stiftungsvermögen ungeschmälert erhalten und ordnungsgemäß verwaltet wird. Weiter muss sie dafür sorgen, dass ortskirchliche Bedürfnisse befriedigt werden. Gesetzliche Normen und diözesane Vorgaben sind ebenfalls einzuhalten.

Nicht immer ist es leicht für Ehrenamtliche, all diese Rahmenbedingungen unter einen Hut zu bringen. Nicht selten stehen die zu beachtenden Vorgaben in einem Spannungsfeld zueinander. Wie kann es nun gelingen den wirtschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden?

Ein wichtiges Hilfsmittel ist der von der Kirchenstiftung jährlich aufzustellende Haushaltsplan. Nicht selten als lästiges Übel verschrien, zeigt er doch sehr deutlich und zukunftsgerichtet auf, mit welchen Einnahmen und Ausgaben die Kirchenstiftung rechnen kann. Er zeigt, ob es die Kirchenstiftung schaffen kann, ihr Stiftungsvermögen dauerhaft zu erhalten. Wichtig ist, dass er realistisch und ungeschönt aufgestellt wird. Der Kirchenpfleger, dessen Aufgabe die Vorbereitung des Haushaltsplanes ist, sollte alle zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben nach bestem Wissen und Gewissen aufführen und gegenüberstellen. Eine Orientierung an den Vorjahren ist empfehlenswert. Zu erwartende Veränderungen müssen eingearbeitet werden – welche Einnahmen oder Ausgaben fallen weg oder kommen neu hinzu? Auch die Position „Abschreibungen“ darf nicht vergessen werden.

DEFIZIT OFFEN ANSPRECHEN

Erst jetzt, nach realistischer Einschätzung aller künftigen Einnahmen und Ausgaben sollte der Blick auf das Ergebnis vorgenommen werden. Dieses ist zu interpretieren. Besteht ein Defizit beispielsweise nur aufgrund von einmaligen Sondereffekten (z.B. Baumaßnahmen), und kann es durch Rücklagen gedeckt werden, oder erwirtschaftet die Kirchenstiftung mit dem um die Einmaleffekte bereinigten Haushalt einen Fehlbetrag? Wenn das bereinigte Ergebnis defizitär ist, besteht grundsätzlicher Handlungsbedarf.

Diese Situation muss in der Kirchenverwaltung offen angesprochen werden. Es muss gemeinsam versucht werden Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung zu finden. Da nur selten eine Stellschraube allein für das Defizit verantwortlich ist, müssen sämtliche Einnahmen und Ausgaben einer Prüfung unterzogen werden. Man darf sich auch nicht alleine auf die Ausgabenseite konzentrieren. Die Einnahmenseite zu stärken, muss ebenfalls ein Ziel sein.

Nicht immer ist es leicht, geeignete und vor allem ausreichende Maßnahmen zur Vermeidung eines Defizits zu finden. Nicht selten sind bereits alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Auch sind viele Ehrenamtliche nicht gewohnt, wirtschaftliche Analysen vorzunehmen, Haushaltspläne aufzustellen oder nach Handlungsmöglichkeiten zu suchen.

Hier sollten sich die Kirchenverwaltungen nicht scheuen rechtzeitig Unterstützung anzufordern. Im Bistum Eichstätt gibt es beispielsweise das Referat „Beratung Kirchenstiftungen“. Hier kann direkt, unkompliziert und kostenlos Hilfe angefordert werden. Gibt es keine eigens eingerichteten Stellen, so ist mit der Stiftungsaufsicht Kontakt aufzunehmen, um die wirtschaftliche Situation zu besprechen. Gemeinsam wird man es immer schaffen, eine für alle tragbare und zufriedenstellende Lösung zu finden.