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  • Miteinander sprechen, voneinander lernen

    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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Kommentar 04/2016

Die Kirche und das Geld

Von Brigitta Herrmann
Professorin für Globalization, Development Policies and Ethics an der Cologne Business School

„Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen“, heißt es im Neuen Testament (Mt 6,24 und Lk 16,13). Und Papst Franziskus mahnt in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium: „Diese Wirtschaft tötet“ (EG Nr. 53), wenn Menschen ausgeschlossen und an den Rand gedrängt werden, wenn das Geld im Mittelpunkt steht und nicht der Mensch.

WAS HEISST DAS NUN FÜR UNS?

  • Geld ist wichtig, damit man alles kaufen kann, was man zum Leben braucht.
  • Mit Geld werden Menschen für ihre Arbeit bezahlt.

Auch in den Pfarreien ist – neben der ehrenamtlichen Arbeit – eine gute Verwaltung des Geldes wichtig, damit Pfarreien all ihre Aufgaben erfüllen können. Aber was ist eine gute Verwaltung des Geldes? Geht es um möglichst hohe Zinsen und Dividenden? Diese würden ja viele Aktivitäten ermöglichen.

ODER GEHT ES UM MEHR?

Wie wird das Geld angelegt? Kann man vielleicht schon mit der Geldanlage Gutes bewirken und dann gleich eine doppelteDividende bekommen? Dies stellt zum Beispiel die niederländische Genossenschaft Oikocredit heraus: Durch eine Geldanlage, mit der Mikrokredite in Entwicklungsländern vergeben werden, können arme Menschen eine kleine Geschäftsidee umsetzen und von dem erwirtschafteten Geld ihre Familie ernähren und ihre Kinder zur Schule schicken – dies ist eine soziale Dividende, ein Beitrag zum Wohlergehen anderer, den man mit der eigenen Geldanlage erreichen kann und dann bekommt man noch eine monetäre Dividende dazu. Ähnlich ist es bei Geldanlagen für erneuerbare Energien, für umweltfreundliche Projekte und für die Erfüllung sozialer Aufgaben. Damit wird für die Umwelt, für das Klima und für andere etwas Gutes bewirkt, und man bekommt für das ausgeliehene Geld noch eine finanzielle Dividende hinzu.

Als Christen und Christinnen sind wir aufgefordert, bei allem, was wir tun, zu überlegen, wie sich das auf andere auswirkt. Denn Jesus sagt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40) und „Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan“ (Mt 25,45).