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  • Miteinander sprechen, voneinander lernen

    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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  • GC 002 2017 Titel

Editorial 04/2015

Umweltschutz geht uns alle an

Liebe Leserin, lieber Leser,

Umwelt- und Naturschutz haben viele Gesichter: Da ist der klassische Nationalpark, die Forschungsstation, der Infostand in der Fußgängerzone oder die private Initiative zum Schutz bedrohter Tiere. Jeden Tag prasseln neue Informationen rund um das Thema auf uns ein. Der Klimawandel ist präsenter denn je, Nachhaltigkeit eines der Modewörter unserer Zeit. Alles soll nachhaltig sein, von der Kleidung bis hin zum Hausbau. Legen wir den Finger in die Wunde und fragen uns selbst, wie nachhaltig leben wir?

Dass das Thema auch für unsere Kirche eine enorme Bedeutung hat, hat Papst Franziskus ganz deutlich gemacht: Indem er die erste päpstliche Umweltenzyklika der Geschichte geschrieben hat – Laudato si‘. Dick ist sie geworden, mehr als 200 Seiten umfasst die erste Enzyklika, die vollständig aus Franziskus‘ Feder stammt. Abwarten bis das Thema wieder von selbst einschläft, die Medien das Interesse verlieren? Franziskus sagt „Nein“. Er setzt auf die Verantwortung jedes Einzelnen, und ganz besonders auf unsere Verbände und Gremien vor Ort, vom Pfarrgemeinderat bis zur Jugendgruppe.

Dieses Heft will die Bandbreite von Engagement und möglichen Aktionsfeldern aufzeigen. Denn, Umwelt- und Naturschutz beginnen direkt vor der eigenen Haustür, im heimischen Garten und in unseren Pfarrgemeinden. Beispielhaft zeigen sieben „Leuchtturmprojekte“, je eines aus jeder bayerischen (Erz-)Diözese, wie nachhaltiges Engagement in Pfarreien aussehen kann: Vom klimaneutralen Pfarrfest bis zum RepairCafé wollen diese Projekte vor allem auch eines sein, Wegweiser und Motivator für andere, es ihnen gleich zu tun. Dabei müssen sich Pfarrgemeinden nicht alleine auf den Weg machen, sie können sich mit ihren Nachbarn, mit Vereinen aus dem Ort oder kommunalen Vertretern zusammentun, wie die Beispiele aus dem Chiemgau und Binsfeld (Landkreis Main-Spessart) zeigen. Eine bessere Werbung kann sich unsere Kirche doch gar nicht wünschen! Umweltengagement kann anstrengend sein, diese Ausgabe will Mut machen, es dennoch zu wagen. Dass man selbst mit kleinen Änderungen im Alltag etwas erreichen kann, zeigt der Beitrag von Sabine Slawik zum „Plastikfasten“. Mehrere hundert Jahre dauert es, bis Plastikteile verrottet sind, in den Ozeanen schwimmen ganze Plastik- und Müllteppiche, die für Meeresbewohner zur tödlichen Falle werden. Seevögel verenden, weil scharfkantige Plastikteile ihnen die inneren Organe zerschneiden, Schildkröten verheddern sich in Fischernetzen und Plastikplanen und ertrinken, weil der Unrat sie unter Wasser zieht. Natürlich könnte man jetzt sagen, „was kümmert das mich? Mein bayerischer Müll landet nicht im Pazifik.“ Im Interview erklärt Umweltministerin Ulrike Scharf, dass Mikroplastik auch ein Problem für unsere heimischen Gewässer ist und zum anderen ist es unsere christliche Pflicht, die Bewahrung der Schöpfung in die Hand zu nehmen. Oder um es mit Franziskus zu sagen: „Gehen wir singend voran! Mögen unsere Kämpfe und unsere Sorgen um diesen Planeten uns nicht die Freude und die Hoffnung nehmen.“ (LS 244)

 

Ihre Alexandra Maier
Redaktionsleiterin