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    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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Praxistipp 03/2015

Teurer Gesang

Unbedarftes Vervielfältigen von Notenblättern schadet dem Geldbeutel

 Von Rudolf Schmidt
Geschäftsführer des kath. Stadtdekanats und der Katholischen Erwachsenenbildung Ingolstadt; Er war mehrere Jahre Mitglied des Arbeitskreises „Verlags-, Medien-, Urheberrecht“ des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD)

Anfang des Jahres 2015 wurden die Regelungen zum Kopieren von Liedern und Texten für den Gottesdienst etwas gelockert. Grundsätzlich bleibt das Kopieren von Noten aber verboten, wenn sie urheberrechtlich geschützt sind. Ausnahmen bestehen für Lieder, Liedzettel oder Liedsammlungen für den Gemeindegesang im Gottesdienst.

Beim Urheberrecht geht es zunächst um das geistige Eigentum. Wer also ein Lied komponiert, ein tolles Foto macht oder einen Text schreibt, will in der Regel auch für seine Mühe und Kreativität entlohnt werden, wenn andere dieses Werk weiterverwenden. Das bedeutet in der Praxis: Andere können nicht ohne weiteres fremde Lieder, Fotos oder Texte kopieren, verändern und publizieren. Das gilt auch für Daten, die man sich aus dem Internet herunterlädt. Hier kann schon der Download strafbar sein. Autoren, Komponisten, Filmemacher oder Fotografen lassen ihre Urheberrechte von Verlagen oder Verwertungsgesellschaften (VG) vertreten. Die bekannteste von ihnen ist die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte). Bei diesen Organisationen können Sie Urheberrechte für bestimmte Zwecke gegen eine festgelegte Gebühr erwerben.

VORSICHT VOR KOPIEN!

Im Sinne des Urheberrechts ist jede Kopie von Texten, Filmen oder Musiktiteln verboten. Auch Noten dürfen nicht vervielfältigt werden. Zu den Ausnahmen gehört, dass die Privatkopie, beispielsweise einer Musik- CD, erlaubt ist. Allerdings darf dazu ein bestehender Kopierschutz nicht geknackt werden.

Das Internet bietet beinahe unerschöpfliches Material. Die Versuchung, sich nach Bedarf „zu bedienen“ ist groß und gefährlich zugleich. Inzwischen ist es für Verwertungsgesellschaften problemlos möglich, das Internet auf Urheberrechtsverletzungen in sekundenschnelle abzusuchen. Bestimmte Anwälte haben sich darauf spezialisiert und verteilen eifrig kostenpflichtige Abmahnungen. Ein unerlaubt verwendetes Foto kann auf diese Weise schnell mehrere hundert Euro Kosten verursachen. Wenn dann noch Gerichtskosten dazu kommen, kann es richtig teuer werden.

NOTEN KOPIEREN VERBOTEN

Gemeindegesänge und Lieder (Texte und Noten) dürfen in relativ engen Grenzen vervielfältigt werden: Fotokopien von einzelnen Liedtexten (mit oder ohne Noten) für den Gemeindegesang im Gottesdienst und in anderen kirchlichen Veranstaltungen gottesdienstähnlicher Art (etwa Wortgottesdienste, Prozessionen, Taufen, Andachten, Trauungen) sind gestattet. Diese Feiern können auch außerhalb der Kirchenmauern stattfinden. Es dürfen jeweils nur „einzelne Liedtexte“ vervielfältigt werden. Andererseits ist es zulässig, mehrere Lieder auf einem Blatt zusammenzustellen und so zu vervielfältigen. Erlaubt ist auch, die Kopien gesammelt aufzuheben und wieder zu verwenden. Es geht hierbei um Kopien aus dem Gotteslob oder anderen Liedsammlungen für den Gemeindegesang.

Kopien für Chöre, Solisten, Instrumentalisten oder Organisten (auch aus Orgelbüchern) sind dagegen nicht gestattet. Für Organisten und Instrumentalgruppen besteht die Ausnahme der „Wendekopie“. Um ihnen das Musizieren zu erleichtern, dürfen Kopien zum besseren „Blättern“ erstellt werden. Beispiel ist ein dreiseitiges Musikstück, bei dem umgeblättert werden muss, wenn man zur dritten Seite gelangen will. Eine Kopie der dritten Seite erspart das Umblättern.

Seit diesem Jahr ist es auch gestattet kleinere Liedsammlungen bis acht Seiten Umfang individuell zusammenzustellen. Diese Hefte mit Liedern und Texten dürfen nur in einer einzelnen Veranstaltung benutzt werden, zum Beispiel bei einer Taufe oder Hochzeit. Diese einmalige Nutzungserlaubnis kann in der Praxis beispielsweise bedeuten, dass eine sechsseitige Liedsammlung für einen Gottesdienst beim nächsten Gottesdienst neu hergestellt werden muss.