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  • Miteinander sprechen, voneinander lernen

    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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  • GC 002 2017 Titel

Editorial 03/2015

Kirche wird weiblicher

Liebe Leserin, lieber Leser,

lange hatten Frauen das Nachsehen, in der Gesellschaft und auch am Altar. Ich selbst kenne noch die Mädchengeneration, die sich ihr Ministrantinnensein erstreiten musste – mit einem Streik in der Religionsstunde. Ich durfte dann einige Jahre später von Anfang an gleichberechtigt mitmachen. Und die Jungs hatten sich mittlerweile daran gewöhnt, dass sie beim Minidienst nicht mehr unter sich waren. Heute ist das in den allermeisten Pfarreien ganz selbstverständlich und vielerorts haben die Mädchen die Jungs zahlenmäßig längst überholt.

Aber ist das immer so, mit der Gleichberechtigung, meine ich? Im März kam – die einen sagen „endlich“, die anderen „Nein danke“ – die umstrittene Quotenregelung für Aufsichtsräte von Großunternehmen, um mehr Frauen den Weg in Führungspositionen zu ebnen. Dass es noch andere Dinge braucht, um in der Gesellschaft endlich wahre Geschlechtergerechtigkeit zu schaffen, das bringt Christiane Voigt im Kommentar auf den Punkt. Und wie sieht es in der Kirche aus? Papst Franziskus hat sich erst kürzlich wieder zu diesem Dauerbrenner- Thema geäußert. Er wünsche sich, dass Frauen eine noch größere Rolle in der Kirche spielen – sowohl in der pastoralen Arbeit, wie auch in der theologischen Reflexion. Und ja, man hat den Eindruck, die katholische Kirche wird weiblicher: Dass mehr Mädchen als Jungs als Ministranten ihren Dienst tun, ist bereits angeklungen, auch in den Pfarrgemeinderäten haben sich Frauen ihren Stand erarbeitet und Gehör verschafft. Doch nicht nur im ehrenamtlichen Bereich geht es aufwärts: Mit Katrin Brockmöller hat das Katholische Bibelwerk erstmals in seiner Geschichte eine Frau als Direktorin. Frauen wollen sich kirchlich einbringen, auch über das Ehrenamt hinaus, das zeigt der Zulauf, den der neue Studiengang „Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit“ in Benediktbeuern erfährt. Mit Bernadette Gradl stellt sich in diesem Heft eine junge Frau vor, die sich ganz bewusst für den Weg der Gemeindereferentin entschieden hat, weil sie glaubt, dass längst nicht alles in einer Pfarrei von Freiwilligen getan werden kann.

Abseits davon liegt hinter unseren Räten und Verbänden ein ereignisreiches Frühjahr. Die beiden beherrschenden Themen waren „Flüchtlinge“ und „Sterbebegleitung“. Einen anderen Weg ging das Landeskomitee der Katholiken in Bayern. Wir haben in Regensburg „Christsein in einer globalisierten Welt“ in den Mittelpunkt der Vollversammlung gestellt. Vielleicht haben auch Sie Ende vergangenen Jahres unsere Umfrage zum Thema „Eine Welt“ ausgefüllt. Die Ergebnisse haben wir in Regensburg vorgestellt. Unter allen Umfrage-Teilnehmern haben wir zehn Jahresabonnements von Gemeinde creativ verlost. Die Gewinner kommen aus ganz Bayern – an der Stelle noch einmal ein herzliches ‚Vergelt’s Gott‘ an alle, die mitgemacht haben und unseren Gewinnern viel Freude mit unserem Heft!

Ja, und dann steht auch schon der Sommer vor der Tür. Noch keine Idee, wo die Reise in den Ferien hingehen soll? Dann empfehle ich Ihnen den Artikel von Willi Breher; da finden Sie sicher das richtige Ziel.

Ihre Alexandra Maier
Redaktionsleiterin