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Praxistipp 02/2015

Elterntalk bringt Eltern ins Gespräch

Von Beatrix Benz
Projektleiterin ELTERNTALK

ELTERNTALK ist ein in Bayern seit mehr als zehn Jahren erfolgreiches, niedrigschwelliges, lebensweltorientiertes, medienpädagogisches und suchtpräventives Elternbildungsangebot.

In den ELTERNTALK-Gesprächsrunden können sich Eltern in privatem Rahmen über wichtige Erziehungsthemen rund um die Themen „Medien“, „Konsum“ und „Suchtvorbeugung“ austauschen und ihre Erfahrungen mitteilen.

Ziel von ELTERNTALK ist es, die Erziehungskompetenz von Eltern durch Eltern zu stärken, damit sie den Anforderungen in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen begegnen können.

Eine Gastgeberin oder ein Gastgeber lädt etwa fünf Eltern zu sich nach Hause ein. Ein Moderator, selbst Mutter oder Vater, führt mit einem Einstiegsmedium in das Thema ein und begleitet das nachfolgende Gespräch. Der offene Erfahrungsaus- ELTERNTALK bringt Eltern ins Gespräch tausch ermutigt die Eltern, aktuelle Erziehungsfragen in der Familie anzusprechen und alltagsnahe Lösungen zu finden.

ELTERN ALS EXPERTEN IHRER ERZIEHUNGSERFAHRUNG

Der Erfahrungsaustausch steht bei diesen „Fachgesprächen“ im Vordergrund. Die Eltern selbst sind die Akteure; sie sind die „Experten ihrer Erziehungserfahrung“. In den etwa zweistündigen Gesprächsrunden gibt es Zeit und Raum, sich auszutauschen, zu entlasten, von anderen Eltern zu lernen oder einfach nur zuzuhören. Im Mittelpunkt stehen Themen rund um „Medien“, „Konsum“ und „Suchtvorbeugung“. Die Gesprächskreise finden im privaten Rahmen statt und greifen Fragen auf wie beispielsweise:

► „Wieviel Fernsehen ist gut für mein Kind?“
► „Computer im Kinderzimmer ja oder nein?“
► „Ab wann ist ein Smartphone sinnvoll?“
► „Internet und PC-Spiele sind bei uns ein dauernder Streitpunkt …?“
► „Wieviel Taschengeld ist angemessen?“
► „Wie schütze ich mein Kind vor Alkohol und Drogen?“
► „Was stärkt unsere Kinder und macht sie fit für‘s Leben?“

Gemeinsam über diese und ähnliche Fragen nachzudenken – sich Erfahrungen und Erziehungstipps gegenseitig mitzuteilen – stärkt Eltern für den Erziehungsalltag. Durch den privaten Rahmen werden auch Zielgruppen erreicht, die sich bei institutionell gebundenen Formen der Elternbildung eher zurückhalten.

Die Gesprächsrunden behandeln die Themen „Fernsehen“, „Handy/ Smartphone“, „Computer- und Konsolenspiele“, „Internet“, „Konsum“, „Suchtvorbeugung“ und „Gesundes Aufwachsen in der Familie“ oder „Wenn das Leben sich ändert“. Sie sind mittels elterntalkspezifischer Bildkarten und Begleittexte aufbereitet. Die Bildkarten dienen als Einstiegsmedium in das Gespräch. So nähern sich Eltern den Themen spielerisch an und finden einen leichten Zugang zu ihren Anliegen und Fragen.

ZIELGRUPPEN

ELTERNTALK richtet sich an alle Eltern von Kindern bis vierzehn Jahren. Das Projekt will insbesondere aber auch Eltern mit Migrationshintergrund ansprechen sowie Eltern in besonderen und/oder belasteten Lebenslagen. ELTERNTALK gibt es in verschiedenen Sprachen. Das Angebot, die ELTERNTALKs in der Muttersprache wahrzunehmen, wird von Eltern mit Migrationshintergrund sehr begrüßt. Nach wie vor verfügen etliche dieser Mütter und Väter über wenige oder keine Deutschkenntnisse. Sie erhalten so die Möglichkeit, sich an einem für sie geeigneten Präventionsangebot zu beteiligen.ELTERNTALK erreicht so Eltern aus unterschiedlichen Kulturkreisen und spricht Eltern aus verschiedenen Bildungsmilieus in ihren jeweiligen Lebenswelten an.

EVALUATION

ELTERNTALK wird seit dem Projektstart kontinuierlich evaluiert. 2013 fanden in Bayern mit damals 23 Standorten knapp 1800 Talks mit fast 9000 Eltern aus 59 verschiedenen Herkunftsländern statt. Diese Standorte beteiligen sich an ELTERNTALK zwischen einem und zwölf Jahren. Die Gäste aus dem türkischen Kulturkreis waren dabei zu 30 Prozent vertreten, gefolgt von Gästen aus dem russischen Kulturkreis mit 25 Prozent, aber auch Eltern aus dem Nahen Osten, dem Balkan und aus dem afrikanischem und asiatischem Raum kamen zu den Gesprächsrunden. Die Medienthemen bildeten auch 2013 wieder den Themenschwerpunkt der Gesprächsrunden, jeder siebte bis achte Talk beschäftigte sich mit dem Thema „Konsumerziehung“ und jedes fünfte Gespräch wurde zum Thema „Suchtvorbeugung“ und „Wenn das Leben sich ändert“ geführt. In den meisten ELTERNTALK-Veranstaltungen bestand der Wunsch nach einer Fortführung der Gespräche (Quelle: ELTERNTALK Evaluation 2013, Hrsg: Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V., München 2014).

ELTERNTALK IN BAYERN

Die Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e. V. hat das Projekt entwickelt, koordiniert seine Umsetzung, evaluiert und unterstützt die Regionen bei der Durchführung. Derzeit beteiligen sich 29 Standorte verteilt auf ganz Bayern mit 36 ELTERNTALK-Regionen und 45 Regionalfachkräften. 2015 ist ein weiterer Ausbau in Bayern möglich. Dafür können mögliche Standortpartner wie Jugendämter, Gesundheitsämter und Wohlfahrtsverbände sowie Institutionen, evangelische und katholische Kirchengemeinden, freie und öffentliche Familienbildungsträger, Mütter- und Väterzentren, Familienzentren, Erziehungsberatungsstellen, Beratungsstellen für Menschen mit Migrationshintergrund, Eltern- und Familienverbände und Suchtberatungsstellen mit Präventionsschwerpunkt mit der Aktion Jugendschutz Kontakt aufnehmen. Einsteigen können Interessierte wieder am 1. Juli 2015 oder am 1. Januar 2016.