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  • Miteinander sprechen, voneinander lernen

    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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Kommentar 01/2017

Nicht nur für Liebhaber
Ökumene als westentliche Aufgabe für Laiengremien

Von Helmut Mangold
Diözesanrat der Katholiken im Bistum Augsburg

Papst Franziskus sagte kürzlich: „Einheit ist Grundlage für den Glauben.“ Wie wichtig diese Einheit ist, spüren Christen oftmals, wenn beispielsweise ein gemischt konfessionelles Ehepaar christlich verbunden leben möchte. Dann tauchen immer wieder Fragen zum gemeinsamen Gottesdienstbesuch auf, wie die Kinder getauft werden und welchen Religionsunterricht sie später besuchen sollen.

Es ist deshalb fruchtbar, wenn unsere Gremien eigene Arbeitsgruppen bilden, die sich vor Ort um die Ökumene kümmern, gemeinsam Projekte anregen und die den aktuellen Stand unserer kirchlichen Dokumente weitertragen. Dazu gehört an erster Stelle das Ökumenedekret Unitatis redintegratio des Zweiten Vatikanischen Konzils, mit dem die katholische Kirche den Start für die Ökumenearbeit gegeben hat.

Dazu gibt es seit dem Konzil auch noch weitere Dokumente, die teilweise nicht so breit akzeptiert wurden wie Unitatis redintegratio, das gleichzeitig der Impuls für einen ersten ökumenischen Kirchentag war, das Ökumenische Pfingsttreffen 1971 in Augsburg. Besonders erwähnt werden soll hier auch das erste ökumenische Dokument, die Charta Oecumenica, die 37 Jahre nach Unitatis redintegratio als gemeinsames Dokument der christlichen Kirchen in Europa erschienen ist. Die Christen in den Pfarrgemeinden sind die Basis der Ökumenearbeit. Eine Umfrage zu den Initiativen in den Pfarrgemeinden der Diözese Augsburg ergab, dass es in mehr als der Hälfte einen eigenen Sachausschuss Ökumene oder einen Sachbeauftragten gibt. Wichtigstes Thema ist hier natürlich die Gestaltung von ökumenischen Gottesdiensten. Neben dem Weltgebetstag der Frauen werden oftmals die Gebetswoche der Einheit der Christen oder die Woche der Brüderlichkeit gemeinsam gefeiert, ebenso Jugendkreuzwege, ökumenische Bibelwochen, die Woche für das Leben, ökumenische Kinderbibeltage und gemeinsame Friedensgebete.

Außerdem gibt es ökumenische Gesprächs- und Bibelkreise, kulturelle Veranstaltungen, Krankenbesuchsdienste, Bildungsveranstaltungen, Taizé-Gebete, gemeinsame Pfarrbriefe, Eine-Welt-Läden, Trauerbegleitung, Mutter-Kind-Gruppen und vieles mehr. Vielfach strahlt die Arbeit über die eigene Pfarreigrenze hinaus. Auf Dekanatsebene kann ebenfalls ökumenisch agiert werden. Gedacht sei hier an die Zusammenarbeit von Sozialstationen, ökumenische Laientreffen oder gemeinsame Bildungsfahrten.

Ökumene bleibt ein Herzensanliegen auf allen Ebenen. Sie ist nicht nur etwas für Liebhaber, sondern eine Pflicht für uns Laien.